Kollegiale*r Erstbetreuer*in in Institutionen LEHRGANG SALZBURG

Mit Oliver Hechtenberg

Die Gefahr einer akuten Traumatisierung kann beinahe in jedem Berufszweig erfolgen, zum Beispiel durch

  • An- und Übergriffe von Patienten*Patientinnen, Kunden oder Klienten*Klientinnen im Gesundheits-, Erziehungs- oder Sozialwesen
  • Überfälle auf Banken, Tankstellen, Geschäfte oder auf offener Straße
  • körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt aller Art
  • Autounfälle, Zugunglücke, Flugzeugabstürze, Brand- und Naturkatastrophen uvm.

Das Geschehene und Erlebte löst dabei einen Schockzustand aus, ein akutes Psychotrauma, in dem Menschen in besonderer Weise gefährdet sind, z.B. durch akute Belastungsreaktionen wie Zittern, Erstarren, Herzrasen, Fehlatmungen und vieles mehr. Mit diesen Belastungsreaktionen gehen erhebliche Einschränkungen der Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie sämtlicher kognitiven Fähigkeiten einher.

Diese Einschränkungen können wiederum für andere Menschen gefährlich werden, wenn der*die Betroffene in diesem Zustand weiter arbeitet oder am Verkehr teilnimmt.

Nach Abklingen des Schockzustandes weiten sich die akuten Belastungsreaktionen zu subakuten oder posttraumatischen Belastungsstörungen aus, die den*der Betroffenen in seiner alltäglichen Lebensführung mehr und mehr beeinträchtigen. Misslingt die Verarbeitung, resultieren daraus dauerhafte Störungen mit massiven psychischen und (psycho)somatischen Folgen. Für die Berufsausübung bedeutet das langandauernde Ausfalls- und Krankenzeiten.

Ziel einer kollegialen Erstbetreuung ist es, möglichst schnell die Verarbeitung eines traumatisierenden Ereignisses positiv zu beeinflussen.

Der betroffenen Person wird sofortige kollegiale Begleitung und Unterstützung in den ersten entscheidenden Minuten oder Stunden angeboten. Dabei sind nur wenige Interventionen erforderlich; diese sind jedoch enorm wichtig und unverzichtbar.

Eine gelungene kollegiale Erstbetreuung ist die beste Prävention, die eine Institution zur Vermeidung posttraumatischer Belastungssyndrome oder Sekundärtraumatisierungen leisten kann. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, genügend innerbetriebliche kollegiale Erstbetreuer*innen auszubilden und bereit zu halten sowie durch eine optimale Nachsorgekonzeption entsprechende Hilfe zu gewährleisten.

Aufbau/Methodik

  • PowerPoint
  • Übungen
  • Selbsterfahrung
  • Video-Analyse
  • Austausch

Ziele

  • Einführung in die Psychotraumatologie
  • Entstehung und Bedeutung von akuten Belastungsreaktionen direkt nach einem Vorfall
  • Prinzipien kollegialer Erstbetreuung in Theorie und Praxis
  • do's and dont's für kollegiale Erstbetreuer
  • Ablauf und Prozessdarstellung einer kollegialen Erstbetreuung
  • unterschiedliche Arten und Typen akuter Belastungsreaktionen
  • Erstinterventionsmöglichkeiten bei unterschiedlichsten Belastungsreaktionen Betroffener
  • Situationstraining kollegialer Erstbetreuungssituationen mit Videofeedback und Optimierungstraining (1 ½ Tage)
  • Führungsanspruch kollegialer Erstbetreuer*innen in der Akutsituation: Umgang mit Kolleg*innen und Führungskräften, Strukturierung komplexer Situationen
  • arbeits- und unfallrechtliche Aspekte, notwendige und überflüssige Formalien
  • Zusammenarbeit mit dem*der Unfallversicherungsträger*in und der Geschäftsführung
  • Überleitung kollegialer Erstbetreuung in die Nachsorge gemäß der Konzeption der Institution
  • Abschluss einer kollegialen Erstbetreuung, Möglichkeiten eigener Psychohygiene

Termine:

Mi, 08.03. – Fr, 10.03.2023
Mo, 02.10.2023

Information und Anmeldung:

https://www.projuventute-akademie.at/de/angebote/akademieprogramm/2023/kollegiale-erstbetreuer-institutionen

Weitere Informationen

  • Datum von: Mittwoch, 08 März 2023
  • Datum bis: Montag, 02 Oktober 2023
  • Anbieter: Pro Juventute Akademie
  • Bundesland: Salzburg
  • Veranstaltungsort: Kolpinghaus Salzburg
  • Art der Veranstaltung: Ausbildung / Lehrgänge
  • Referent/in: Oliver Hechtenberg
  • Kosten: 750

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